Verena Zabel M.A.

Doktorandin am Graduiertenkolleg „Imperien“ und der Osteuropäischen Geschichte an der Universität Freiburg.

Verena Zabel beschäftigt sich mit der Literatur Kasachstans (kasachisch und russisch), insbesondere in den 1980ern und 1990ern. Dabei interessiert sie besonders, wie sich die Darstellung und Rezeption der Sowjetunion von einem Modernisierungsideal in ein Katastrophennarrativ wandelte. Ihre Dissertation versucht dieses Thema nicht nur mit einer interdisziplinären Verknüpfung der Literatur- und Geschichtswissenschaften zu analysieren, sondern auch unter Einbeziehung der Zentralasienstudien und der Ökokritik zu beleuchten. Die zwei zentralen Angelpunkte sind dabei der austrocknende Aralsee und das Atomwaffentestgelände Semipalatinsk in Kasachstan und deren literarische Verarbeitung.

Für das Wintersemester 2023 hat sie die 2. Jahrestagung des Graduiertenkollegs „Imperien“ organisiert, die unter dem Titel „Environmental and Cultural Destruction in Imperial Spaces“ stattfand. In Kooperation mit der Jahrestagung und dem Zwetajewa-Zentrum organisierte sie außerdem eine Lesung mit dem usbekischen Exil-Autoren Hamid Ismailov und dessen Roman „Wunderkind Erjan“.

Neben ihrer Dissertation arbeitet sie im Moment auch an der Herausgabe des Sammelbandes zu der Jahrestagung (voraussichtlich 2025) und organisiert ein öffentliches Interview für das TAZ Lab (27. April) mit Togzhan Kassenova, einer führenden kasachischen Wissenschaftlerin, die sich mit den Ursprüngen, Folgen und der Aufarbeitung der sowjetischen Atomwaffentests in Kasachstan, sowie mit allgemeinen Fragen zu der Nichtverbreitung von Atomwaffen beschäftigt.